CAGLIARI //

Voller Leben vibrieren.

Nur wenige wissen, dass Cagliari auf 7 Hügeln liegt, genau wie Rom. Zwischen Türmen, Festungen, Nekropolen, Straßen, die sich im Gewirr der Altstadt verlieren, um sich dann auf atemberaubende Ausblicke zu öffnen, die den Hafen und den gesamten Golf der Engel (Golfo degli Angeli) einschließen. Cagliari zeigt sich als lebendig vibrierende Stadt, reich an Veranstaltungen, Künstlern, innovativen Unternehmen und erzählenswerten Geschichten. Im Laufe der Jahrhunderte hatte Cagliari unter den sich abwechselnden Völkern verschiedene Namen: Krly, Càralis, Kastrum Karalis, Castel de Càller, bis zum heutigen Namen, der in Sardisch Casteddu lautet. Jede dieser Volksgruppen hat etwas hinterlassen: eine befestigte Anlage, eine Nekropole, einen Wachturm oder ein Denkmal. Daraus ergibt sich ein Kaleidoskop an faszinierenden und geschichtsträchtigen Orten, die alle, die sich für Geschichte und Architektur interessieren, zu schätzen wissen.

KLIMA //

Die Liebe zum Mittelmeer

amare il mediterraneo

Das Klima der Insel wird vom Meer beeinflusst: Je mehr man sich der Küste nähert, desto milder wird es. Je weiter man ins Landesinnere vordringt, desto rauer zeigt es sich.

Wenn die sommerlichen Temperaturen und die Feuchtigkeit die Luft schwerer werden lassen, dann bringt der Maestrale (Mistral) Abkühlung, dieser Wind aus nordwestlicher Richtung, der den Sarden so wichtig ist. Das Klima in Cagliari ist

typisch mediterran, mit milden Wintern und heißen Sommern. Nur selten sinken die Temperaturen im Winter bis auf Null Grad, während im Sommer auch 40 °C erreicht werden können. Das Jahresmittel liegt bei 17,7 °C, also immer angenehm für einen Aperitif am Strand oder für einen Spaziergang in den Straßen des Zentrums von Cagliari.

TRADITIONEN //

Den Charakter eines Volkes feiern.

Die Traditionen und Legenden sind Ausdruck der Identität des sardischen Volkes. Sie erzählen von Stärke, Spiritualität und Begeisterung. Es gibt viele Feste, die mit dem christlichen Glauben verbunden sind, das bedeutendste ist sicher das Fest des Hl. Ephisius, das zu Ehren des Heiligen gefeiert wird, der 1656 die Stadt Cagliari von der Pest befreite. Aber auch die volkstümlichen Feste, die sich mehr an den Bräuchen des Mittelalters orientieren, sind charakteristisch, mit Turnieren, antiken Karnevalen und Riten, die sich seit Jahrhunderten wiederholen. So zum Beispiel die Giostra della Sartiglia (Reitturnier),

das seit dem Jahr 1358 während der Karnevalszeit in Oristano ausgetragen wird. Einer der Höhepunkte dieses Ereignisses ist mit Glück und Geschicklichkeit verbunden, denn den Reitern muss es gelingen, den silbernen Stern während des Galopps zu stechen, damit es ein gutes Jahr wird. Sehr eindrucksvoll ist auch des Fest von Christus dem Erlöser (Festa del Redentore), das in Nuoro am 28. August stattfindet und bei Morgengrauen mit einer Prozession beginnt und durch die Wälder führt.

KUNST UND KULTUR //

Sich von der Vergangenheit inspirieren lassen.

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Heute interpretieren lokale Handwerker und Künstler die Schlüsselelemente der sardischen Kultur neu und schaffen Werke, die losgelöst sind aus der Zeit, hervorgegangen aus den visionären Blicken und der Liebe zur Heimat. Eine der beliebtesten Veranstaltungen von internationaler Bedeutung ist das Festival Time in Jazz, das 1988 ins Leben gerufen wurde und jährlich unter der Leitung von Paolo Fresu in seinem Heimatort Berchidda stattfindet. Unter den Orten ist das Museum del Bisso in Sant´Antioco zu erwähnen: Hier wird dank Chiara Vigo, der letzten Meisterin des lebenden Byssus, die antike Handwerkskunst zur Verarbeitung der kostbaren natürlichen Seide aus dem Meer am Leben erhalten. Unter den Museen sind das MAN, das Kunstmuseum von Nuoro, das MAC, das Museum zeitgenössischer Kunst in Calasetta und die Stazione dell‘Arte (dt. Kunstbahnhof) in Ulassai mit 150 Werken von Maria Lai, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstlerinnen, einen Besuch wert. 

AROMEN //

Einfaches genießen.

ravioli

Aromatisch und köstlich, die Küche Sardiniens findet in der ganzen Welt immer mehr Anhänger. Grund dafür sind die erstklassigen Zutaten und die seit Generationen überlieferten Rezepte. Bekannte Nudelgerichte sind Malloreddus (typische sardische Pastaform), Culurgiones (sardische Ravioli) und Fregola (geröstete Nudelkügelchen), bei Hauptgerichten stehen Wild und gebratenes Fleisch bevorzugt auf dem Menü. Aber auch verschiedene Käsesorten und Süßspeisen mit Mandeln gehören dazu. Letztendlich die Weine, die in die ganze Welt exportiert und überall geschätzt werden. Der Ursprung der sardischen Küche ruft die langen Tage ins Gedächtnis, die Hirten mit ihren Herden auf der Weide verbrachten. Sie benötigten einfache, aber nahrhafte Speisen, die man leicht mitnehmen konnte und auch bei Wärme noch genießbar blieben. Daher gibt es ein so reiches Angebot an Wurstwaren und Käsesorten, die man zusammen mit dem berühmten Pane Carasau, dünnen und leichten Brotfladen, isst. Zu Sardinien gehört aber auch das Rot des Safrans, der besondere Geschmack des Bottarga (getrockneter Fischrogen) und die herbe Süße des Honigs des Erdbeerbaums (Miele di Corbezzolo).